DVMM 2016 – Bebenhäuser Jugendteams im grünen Bereich

  • Posted on: 10. März 2017
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MAGDEBURG/NEUMARKT IN DER OBERPFALZ. Nach Siegen in den Schlussrunden verbesserten sich alle Jugendteams des Schachklub Bebenhausen 1992 bei den Deutschen Vereinsjugend-Mannschaftsmeisterschaften 2016. In den Abschlusstabellen ergatterten sich alle Bebenhäuser Teams einen besseren Platz als in der Startrangliste. Mehr noch: In allen drei Altersklassen landete kein einziges Team mit einem schwächeren Wertungszahlendurchschnitt vor den Schönbuchern. So waren am Ende alle Kinder des SK Bebenhausen zufrieden. Die Trainer weniger.

Das U10-Team der Goldersbachtäler verlor in Magdeburg in der vierten Runde gegen die starke Mannschaft des Schachclub Vaterstetten-Grasbrunn. Zwar folgte auf die Niederlagen von Fabian Heller (Brett 2) und Levi Rau (3) der Sieg von Eren Öz (4), aber Timur Kocharin konnte am Spitzenbrett nicht gewinnen, so dass die 1,5:2,5-Niederlage feststand. In Runde 5 rechneten sich die Schönbucher einen Sieg gegen die Schachfreunde Essen-Werden 1924/80 aus, aber es sollte eine Berg-und-Talfahrt folgen. Auf den schnellen Sieg von Julian Weide (2) folgte eine frühe Niederlage des undiszipliniert spielenden Heller (3). Nachdem Kocharin (1) sicher gewann, lag alle Last auf Rau (4). Der neunjährige Wanneschüler hatte eine Gewinnstellung aufgebaut, verdarb sie jedoch zum Remis, um sie mit dem allerletzten Trick sogar noch zu verlieren. Nach dem 2:2 gab es lange Gesichter bei den Goldersbachtälern, die sich auch in Runde 6 nicht mit Ruhm bekleckerten. Gegen die zweite Mannschaft des Stader Schachvereins gelang nur ein knapper 2,5:1,5-Sieg. Zwar gewann Kocharin (1) souverän, aber Öz (4) spielte unkonzentriert und verlor Dame und Partie. Mit Glück und Kampfkraft kam Heller (3) zu seinem ersten Sieg, den Weide (2) nach einer schwachen Partie mit einem mannschaftsdienlichen Remis zum Mannschaftssieg vergoldete. Trotzdem hagelte es von Teamchef Rudolf Bräuning vor der Schlussrunde eine Standpauke, die Wirkung zeigen sollte. Gegen den starken Turn- und Sportverein Klitzscher zeigte das Team seine mit Abstand beste Leistung. Hochkonzentriert gingen die Schönbucher ans Werk und feierten nach Siegen von Weide (2), Heller (3), Rau (4) und Kocharin (1) einen hochverdienten 4:0-Sieg gegen die Sachsen. „Wenn wir immer so gespielt hätten, wären wir unter den Top 10 gelandet“ war von allen Seiten zu hören. Als 35. der Startrangliste Platz 19 von 60 Teams zu ergattern, war aber auch nicht schlecht. Beste Punktesammler waren Timur Kocharin mit starken 5,5 Punkten aus 7 Partien an Brett 1, Julian Weide mit 4,5 aus 6 an Brett 2 und Eren Öz mit 3 aus 5 an Brett 4, während Fabian Heller und Levi Rau Mühe ihrer mangelnden Spielpraxis Tribut zollen mussten. Deutscher Meister mit nicht einer einzigen verlorenen Partie wurden als Startranglistenerste die Schachfreunde Nordost Berlin. Siehe Abschlusstabelle, Einzelergebnisse und Sieger Schachfreunde Nordost Berlin.

Ebenfalls im Hotel Maritim in Magdeburg kämpfte das U12-Team des SK Bebenhausen. Diesem gelang in der vierten Runde ein überraschender 2,5:1,5-Sieg gegen den Sportverein Empor Berlin. Zwar verlor Benedikt Marx (2) nach einem Figureneinsteller chancenlos, aber Franz Kroh (3) überspielte seinen Gegner und sorgte für den Ausgleich. Danach war die Glücksgöttin Fortuna auf Seiten der Goldersbachtäler. Mert Öz (4) kam zu einem glücklichen Remis im Endspiel, während der Gegner von Lars Waffenschmidt am Spitzenbrett in einem ausgeglichenen Turmendspiel sogar durch Zeitüberschreitung verlor. Danach folgten jedoch zwei fast identische 1,5:2,5-Niederlagen gegen die Schachgemeinschaft Porz und die Schachgesellschaft Trier 1877, die Teamchef Georg Braun die letzten Nerven kosteten. Öz (4) war zweimal völlig von der Rolle und verlor kläglich. Der unerfahrene Kroh (3) kam zweimal mit einigem Glück zu Punkteteilungen im Endspiel. Spitzenspieler Waffenschmidt spielte stark und gewann gegen Porz mit einer technisch einwandfreien Leistung und gegen Trier, in dem er in einer unübersichtlichen Kampfpartie die Nerven behielt und eiskalt matt setzte. In beiden Runden spielte der verbissen kämpfende Marx die längsten Partien des gesamten Turniers, verlor jedoch trotz guter Stellungen auf Grund mangelnder Erfahrung. Den völlig frustrierten Trainer Braun baute auch nicht auf, dass seine Jungs in der Schlussrunde gegen Tabellenschlusslicht Schachklub Neumarkt gelost wurden. Im sicheren Gefühl des Sieges war einiger Sand im Getriebe, einzig Marx (3) spielte eine ordentliche Partie, während Waffenschmidt (1), Öz (4) und Kroh (3) teilweise holprige Siege einfuhren. Den Kindern war´s egal. Platz 13 als 17. der Startrangliste bei 20 Teams war kein Beinbruch. Sechs Gegner waren in der Startrangliste und am Ende besser als die Schönbucher und gegen den Vierten, Fünften und Sechsten der Abschlusstabelle schafften die Bebenhäuser einen Sieg und zwei Unentschieden. Fleißigste Punktesammler waren Franz Kroh mit herausragenden 6 Punkten aus 7 Partien an Brett 3 und Lars Waffenschmidt mit 5 aus 7 am Spitzenbrett. Mert Öz (4) und Benedikt Marx (4) taten sich sehr schwer. Deutscher Meister wurde die Brettspielgemeinschaft Grün-Weiß Leipzig. Siehe Abschlusstabelle, Einzelergebnisse und Siegermannschaft Brettspielgemeinschaft Grün-Weiß Leipzig.

In Neumarkt in der Oberpfalz feierte das U16-Team des SK Bebenhausen in der vierten Runde seinen ersten Mannschaftssieg. Gegen den Gütersloher Schachverein von 1923 spielte Leander Grimm (2) eine spektakuläre Partie. Nachdem der 15-jährige Kepler-Gymnasiast in einer unglaublichen Kampfpartie die Übersicht behielt, zogen seine Mannschaftskameraden Jonas Ortner (4), Niklas Greitmann (3) und David Wendler (1) zum 4:0-Sieg nach. Gegen den Delmenhorster Schachklub von 1931 sollte es in Runde 5 wesentlich knapper zugehen. Zwar gewann Grimm (3) überzeugend, aber Wendler (1) stellte seine vorteilhafte Stellung zum Verlust ein. Nachdem Greitmann (4) seine gute Stellung zu lasch behandelte und ins Remis einwilligen musste, hing alles an Christopher Freiherr von Hauff. Dieser setzte wieder einmal alles auf eine Karte, opferte mit höchstem Risiko und wurde mit einem Sieg, welcher den vielumjubelten 2,5:1,5-Mannschaftssieg bedeutete, belohnt. In Runde 6 fanden die tapferen Schwaben in der Schachgemeinschaft Leipzig ihren Meister. Bei der chancenlosen 0,5:3,5-Niederlage bekam nur Grimm (3) ein Remis geschenkt. Ortner (4), Wendler (1) und Freiherr von Hauff (2) verloren sang- und klanglos. Teamchef Philipp Kaulich („eine Lehrstunde“) hatte einige Mühe, seine Jungs wieder aufzurichten, zumal in der Schlussrunde die starke Mannschaft des Schachklub König Plauen wartete. Das Match begann mit einem Kuriosum. An den Brettern 1 und 3 war auch nach 12 Zügen immer noch die gleiche Position auf dem Brett. Alle vier Spieler schauten immer wieder, was sich auf dem anderen Brett tat. Das 1:0 für Bebenhausen besorgte Freiherr von Hauff (2), der für ein mutiges Figurenopfer belohnt wurde. Allerdings musste sich Greitmann an Brett 4 geschlagen geben, so dass alles auf die Zwillingspartien ankam. Hier sorgten Grimm (3) und Wendler (1) für einen gelungenen Abschluss, indem sie ihre Partien sicher zum Sieg führten. Mit diesem 3:1-Sieg gelang den Schönbuchern, die auf Platz 13 gesetzt waren, noch der Sprung auf Platz 8. Leander Grimm hatte mit hervorragenden 6 Punkten aus 7 Partien an Brett 3 den Bärenanteil am Erfolg, während sich David Wendler, Christopher Freiherr von Hauff, Niklas Greitmann und Jonas Ortner im 50-Prozent-Bereich bewegten. „Wir hatten Pech, aber auch viel Glück. Mit mehr häuslicher Vorbereitung und weniger Zeitnotproblemen wäre mehr drinn gewesen.“ bilanzierte Trainer Kaulich. Deutscher Meister wurde die Sportgemeinschaft Aufbau Elbe Magdeburg. Siehe Abschlusstabelle, Einzelergebnisse und Sieger Sportgemeinschaft Aufbau Elbe Magdeburg.

Alle Teilnehmer des Schachklub Bebenhausen 1992 an den Deutschen Vereinsjugend-Mannschaftsmeisterschaften 2016: (hintere Reihe von links nach rechts:) Benedikt Marx, Franz Kroh, Leander Grimm, David Wendler, Niklas Greitmann, Christopher Freiherr von Hauff, Jonas Ortner, (vordere Reihe von links nach rechts:) Lars Waffenschmidt, Fabian Heller, Eren Öz, Mert Öz, Julian Weide, Timur Kocharin und Levi Rau.